Wie beeinflusst Microsoft die Digitalisierung im Gesundheitswesen? In einer Branche, die vor Herausforderungen wie Fachkräftemangel und komplexer Einsatzplanung steht, trägt Microsoft dazu bei, dass innovative Technologien echte Lösungen schaffen können.
In dieser Folge werfen wir einen Blick auf zwei spannende Case Studies:
- Personal- und Einsatzplanung: Starke Erleichterung des Arbeitsalltags – von der Berücksichtigung der Mitarbeiterwünsche bis hin zu einem unkomplizierten, digitalen Diensttauschsystem.
- Clever Colleague: Die smarte Hilfe für Pflegekräfte, die Fragen zu Richtlinien und Best Practices einfach per KI-Chatbot beantwortet.
Wir diskutieren die zentralen Fragen: Warum stockt die digitale Transformation? Wo liegen die Hürden – und welche Rolle spielt gutes Management? Lass uns gemeinsam den Wandel gestalten!
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Fragen und Antworten
Andri übersetzt technologische Möglichkeiten in konkreten Nutzen für Spitäler und Krankenversicherer. Dafür verbindet er die Ziele des Managements mit der Realität von Fachpersonen und Patienten.
Seine Partnerin leitet eine grosse Intensivpflegestation und erzählte ihm regelmässig von ihrem Arbeitsalltag. Dadurch erkannte er, wie stark Technologie die Pflege und andere Bereiche unterstützen kann.
Er hat gelernt, zuerst sein Gegenüber, dessen Realität und Ziele zu verstehen. Dieses Wissen hilft ihm heute, technologische Lösungen verständlich und passend zu vermitteln.
Ein Fax durch ein PDF zu ersetzen ist für Andri nur Digitalisierung. Digitale Transformation beginnt dort, wo Daten fliessen, Abläufe besser werden und Fachpersonen spürbar entlastet werden.
Ärzte verbringen laut Andri rund 40 Prozent ihrer Zeit mit Dokumentation, während Datensilos und manuelle Erfassungen zusätzliche Arbeit verursachen. Gleichzeitig unterscheiden sich die Spitäler stark in ihrer digitalen Reife.
Am Anfang stehen ein klares Warum, messbare Ziele und die Frage nach dem konkreten Nutzen. Für die Umsetzung braucht es zudem die Unterstützung des Managements, Ressourcen und ein gemeinsames Vorgehen mit den operativen Teams.
Die Technologie muss ihre Arbeit erleichtern und in die bestehenden Prozesse passen. Schulungen, regelmässiges Feedback und laufende Verbesserungen gehören deshalb fest zur Einführung.
Stationsleitungen investieren teilweise drei bis vier Tage pro Monat in die Planung für eine Station. Die Lösung automatisiert einen grossen Teil dieser Arbeit und berücksichtigt zugleich die Wünsche der Mitarbeitenden.
Sie können ihre Arbeitswünsche über eine in Teams integrierte Anwendung eingeben und auch einen Diensttausch anstossen. Im Zentrum steht damit nicht nur die Automatisierung, sondern ein besserer Arbeitsplan für das Personal.
Die Lösung verbindet künstliche Intelligenz, eine nutzerfreundliche Anwendung und das Planungssystem von Polypoint zu einem durchgängigen Ablauf. Auch Regeln wie das Arbeitsrecht werden dabei berücksichtigt.
Im Proof of Concept sank der Planungsaufwand nach ersten Angaben von drei bis fünf Tagen auf einen Tag. Bei einer breiten Einführung in der Gruppe könnten schätzungsweise rund 1'000 bis 1'400 Arbeitstage pro Jahr frei werden.
Das Werkzeug beantwortet Fragen zu umfangreichen Richtlinien, ohne dass Mitarbeitende lange in Dokumenten suchen müssen. Es liefert eine kurze Antwort und verweist direkt auf die verwendete Stelle.
Am Universitätsspital Basel entstand die Idee zunächst für Pflegerichtlinien und wurde später auf Hygienerichtlinien ausgerichtet. Am LUKS werden weitere Anwendungen geprüft, etwa für Richtlinien und die Unterstützung der IT.
Das System darf nur aus ausgewählten Dokumenten antworten und muss seine Quelle klar anzeigen. Die Fachperson kann die Antwort dadurch nachvollziehen und behält die Entscheidung.
Nein, im ersten Proof of Concept wurden ausgewählte Dokumente für die Verarbeitung vorbereitet und mit Azure OpenAI nutzbar gemacht. Bereits am ersten Tag konnte ein Ansatz mit drei Dokumenten getestet werden.
Patientendaten sollen nicht unkontrolliert in allgemein genutzte Modelle einfliessen. Für Andri braucht es Sicherheit, Nachvollziehbarkeit und eine KI als Unterstützung, während der Mensch entscheidet.
Wenn Mitarbeitende ohne geeignete Unternehmenslösung Patientendaten in öffentliche Werkzeuge eingeben, entsteht ein erhebliches Risiko. Spitäler müssen deshalb sichere Angebote schaffen und den Datenschutz von Beginn an berücksichtigen.
Andri bezweifelt, dass jedes Spital genügend Spezialisten für heutige Cyberangriffe und eine schnelle Wiederherstellung besitzt. Grosse Anbieter von Cloud-Diensten können dafür hoch spezialisierte Teams und widerstandsfähige Infrastrukturen einsetzen.
Spitäler sollten mit einer Datenstrategie beginnen und danach schrittweise eine Plattform auf internationalen Standards aufbauen. Langfristig sollen Daten sicher fliessen, Therapien verbessern und eine vorausschauende Gesundheitsversorgung ermöglichen.
Andri formuliert keine These, sondern ein Anliegen: Die Schweiz muss jetzt handeln, bevor Demografie und Fachkräftemangel die Versorgung weiter belasten. Patienten, Spitäler, Behörden, Datenschützer und Technologieanbieter müssen gemeinsam Lösungen entwickeln, statt einander die Verantwortung zuzuschieben.









