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Alexander Nelles – Der KSW CIO und seine Spitalvision

106 Gesundheitswesen Führung Innovation Vertrieb Strategie Spitäler

Vom Mobilfunk über die Reiseindustrie ins Herz eines Spitals: Alexander Nelles, CIO des Kantonsspitals Winterthur (KSW), bringt frischen Wind in eine Branche mit gewachsenen Strukturen. Im Gespräch mit Alfred Angerer und Stefan Lienhard erzählt er, wie ihn der Wunsch zu helfen vom Arzttraum zur Business-Tech-Karriere führte und warum er die Rolle des „Dschungelkönigs“ im Digitaldickicht übernimmt. Ob Patientenportal, KI-Assistentin oder Net Promoter Score: Für ihn zählt, was Wirkung entfaltet. Es geht um Use Cases mit echtem Mehrwert, die Rolle eines CIOs und eine These, die aufhorchen lässt: Spitäler ohne Ärzte? Willkommen im Jahr 2045.

#MarktplatzGW #DigitalHealth #KSW #CIO #Patientenreise #Transformation #UserExperience #Gesundheitswesen #Innovation #KI #KünstlicheIntelligenz

Fragen und Antworten

Alex ist CIO am KSW und verbindet Technologie mit Geschäftsentwicklung. Ihm geht es darum, Menschen zu helfen und ihnen die Arbeit mit Technologie zu erleichtern.

Drei Bekannte machten ihn unabhängig voneinander auf die Stelle am KSW aufmerksam. Die Aufgabe überzeugte ihn, weil Prozesse und Veränderung wichtiger waren als rein technische Implementierungen.
 

Netze und Server waren stabil und solide, doch die Prozesswelt zeigte grosse Gegensätze. Hochentwickelte Medizin traf teilweise auf manuelle administrative Abläufe mit Papier und Aufklebern.

Ein CIO muss das Unternehmen verstehen und durch den Dschungel technischer Möglichkeiten führen. Er wählt Technologien und Prozesse danach aus, wie sie das Unternehmen und seine Mitarbeitenden voranbringen.
 

Entscheidend sind Ergebnisorientierung, Neugier und ein Verständnis für Geschäft und Technologie. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, Menschen für Veränderungen zu gewinnen.

Der Fokus verschiebt sich von der reinen IT-Leitung zur strategischen Wertschöpfung mit Technologie. Dieser Wandel wird stärker, wenn Verwaltungsräte und Entscheidungsgremien mehr digitales Know-how besitzen.

Alex fand in den 1836 internen Weisungen und Reglementen die passende Reiserichtlinie nicht. Daraus entstand die Idee einer digitalen Mitarbeiterin, die Fragen zu diesem Wissen direkt beantwortet.
 

Clara beantwortet Fragen aus medizinischen, administrativen und technischen Bereichen. Sie zeigt jeweils auch die Quelle, damit Mitarbeitende die Antwort im Originaldokument prüfen können.

Generative KI funktioniert besser, wenn Menschen mit ihr in ganzen Fragen statt nur mit Suchbegriffen kommunizieren. Die menschliche Gestaltung soll genau diese Art der Interaktion fördern.

Das neue Klinikinformationssystem wurde stabilisiert und wird laufend weiterentwickelt. Es bildet eine Basis, auf der das KSW weitere digitale Angebote aufbauen kann.

Das Portal soll ein bidirektionaler digitaler Kommunikationskanal entlang der gesamten Patientenreise werden. Es unterstützt Termine, Datenerfassung, Informationen und mögliche Videokonsultationen.
 

Die Unterstützung soll sich daran orientieren, was eine Person im jeweiligen Behandlungsschritt braucht. Dabei berücksichtigt das KSW auch, dass Menschen je nach Alter und digitaler Erfahrung anders mit Technologie umgehen.

Er überträgt Erfahrungen aus Telekommunikation und Reisebranche auf das Spital, statt nur innerhalb der Branche nach Lösungen zu suchen. Ein Beispiel ist die Einführung des Net Promoter Score im ambulanten Bereich.

Die Begründung zur Bewertung zeigt, was für die einzelne Person wirklich relevant ist. Erste Rückmeldungen betreffen besonders Pünktlichkeit und Abläufe, während der menschliche Umgang mit den Mitarbeitenden positiv auffällt.
 

Am Anfang steht das gewünschte Ergebnis, etwa mehr Qualität, tiefere Kosten oder bessere Abläufe. Erst danach wird geprüft, welche Lösung den grössten qualitativen, strategischen oder wirtschaftlichen Nutzen bringt.

Innovation entsteht dort, wo jemand das konkrete Problem wirklich versteht und zugleich neue technologische Möglichkeiten kennt. Deshalb sollen Fachpersonen nicht nur Ideen sammeln, sondern gezielt an wichtigen Geschäftszielen arbeiten.

Bevor Technik eingesetzt wird, sollte ein unnötiger Schritt entfallen oder ein Prozess einfacher werden. Erst danach lohnt sich die Automatisierung.

Einfache Termine sollen Patientinnen und Patienten gemeinsam mit der Hausarztpraxis direkt auswählen und buchen können. Dafür muss das Spital Kontrolle abgeben und seine Kalender teilweise öffnen.
 

Das Portal begleitet die Menschen vom Termin bis zur Nachsorge, während die digitale Mitarbeiterin Paula fehlende Angaben einholt und passende Informationen anbietet. Mitarbeitende müssen dadurch weniger übertragen und gewinnen mehr Zeit für die Betreuung.
 

In 20 Jahren wird es laut Alex auch in der Schweiz ein Spital geben, das vollständig mit künstlicher Intelligenz und ohne Ärztinnen und Ärzte arbeitet.

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