ZHAW entwickelt Qualitätsprogramme für Physiotherapie und Spitex mit
Qualität zu messen ist wichtig. Entscheidend ist jedoch, was danach passiert. Genau hier setzen zwei durch die EQK finanzierte nationale Qualitätsentwicklungsprogramme für die ambulante Physiotherapie und die ambulante Pflege an. Die ZHAW gestaltet beide Vorhaben gemeinsam mit Partnern aus Praxis und Wissenschaft mit.
Unter der Gesamtleitung von Physioswiss werden im Nationalen Qualitätsentwicklungsprogramm in der ambulanten Physiotherapie (NP QuePT) zunächst die bestehenden Datengrundlagen analysiert und ausgewertet. Darauf aufbauend werden wissenschaftlich fundierte Qualitätsindikatoren ausgewählt beziehungsweise weiterentwickelt und geeignete Verbesserungsmassnahmen abgeleitet. Diese werden auf ihre Machbarkeit, Praxistauglichkeit und Skalierbarkeit geprüft und pilotiert. Ziel ist ein datenbasiertes Qualitätsentwicklungsprogramm, das anschliessend schrittweise national umgesetzt wird.
Parallel dazu entsteht mit NIP-HC ein datenbasiertes Qualitätsentwicklungsprogramm für Spitex-Organisationen. Dabei werden interRAI-basierte Qualitätsindikatoren sowie ergänzende Indikatoren (z. B. PROMs/PREMs, Prozessqualitäts-Indikatoren und interprofessionelle Qualitätsindikatoren) evaluiert, technische und organisatorische Grundlagen geschaffen sowie das Programm pilotiert und national skaliert.
Beide Programme verfolgen dasselbe Prinzip: Qualität soll nicht nur dokumentiert, sondern kontinuierlich weiterentwickelt werden. Für Fach- und Führungspersonen entsteht damit eine Grundlage, um Verbesserungspotenziale zu erkennen, Massnahmen zu priorisieren und deren Wirkung sichtbar zu machen.
Die grosse Herausforderung liegt in der Umsetzung. Indikatoren müssen in unterschiedlichen Sprachregionen, Praxisgrössen, Alltagssituationen und Organisationsformen funktionieren. Sie dürfen keinen Datenfriedhof produzieren, sondern müssen verständliche Rückmeldungen liefern und sich in bestehende Arbeits- und Führungsprozesse integrieren lassen.
Die ZHAW bringt dafür ihre Expertise in Qualitätsentwicklung, Implementierungsforschung, Gesundheitsökonomie und Pflege ein und arbeitet in der Physiotherapie eng mit dem Institut für Physiotherapie der ZHAW und weiteren beteiligten Hochschulen zusammen. So entstehen lernende Systeme, in denen Daten nicht zum Selbstzweck erhoben werden, sondern bessere Entscheidungen und eine bessere Versorgung ermöglichen.
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