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Steffen Schmidt – Medicusdata: Wenn KI das Dokumentieren abnimmt

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Ärztinnen und Ärzte sollen zuhören, behandeln und entscheiden – nicht ihre knappe Zeit mit Korrigieren, Suchen und Nachdokumentieren verlieren.

In dieser Folge sprechen Alfred Angerer und Stefan Lienhard mit Steffen Schmidt, Co-Gründer von Medicusdata, über KI-gestützte Dokumentation im Gesundheitswesen – ein Thema, das in Praxen und Spitälern im Alltag angekommen ist.

Steffen erzählt, wie Medicusdata aus echter Beobachtung entstanden ist: Praxen und Spitäler haben er und sein Mitgründer besucht, um zu verstehen, wo Dokumentation heute bremst.

Daraus entstand eine modulare Lösung für Diktat, Ambient Listening und Chat. Nutzbar dort, wo ohnehin gearbeitet wird: im PIS, KIS, in Word, Outlook oder per Smartphone.

Die Folge zeigt:
- Wann hilft KI wirklich?
- Wann schafft sie nur neue Arbeit?
- Wie reagieren Patientinnen und Patienten, wenn KI mithört?
- Und warum sind Datenschutz und Datensouveränität wichtig – aber erst dann wertvoll, wenn die Lösung im Alltag tatsächlich besser funktioniert?

Zum Schluss spricht Steffen über Mut und echten Nutzen als beste Förderung.

Diese Podcast-Folge wurde mit der freundlichen Unterstützung von Medicusdata ermöglicht.

#MarktplatzGW #Innovation #DigitalHealth

Fragen und Antworten

Steffen ist Mitgründer und CEO von Medicusdata. Das Schweizer Start-up entwickelt Lösungen für medizinische Diktate, Ambient Listening und die Analyse von Dokumenten.

Steffen und Philippe wollten schon länger gemeinsam gründen. Ende 2023 passte der Zeitpunkt, weil Philipp seinen PhD abgeschlossen hatte und Steffen nach sieben Jahren Beratung bereit für den Schritt war.

Sie besuchten rund 40 Praxen und Krankenhäuser und beobachteten die Arbeitsabläufe. Bereits nach den ersten Besuchen brachten sie Prototypen mit und entwickelten diese anhand des Feedbacks weiter.

Viel Zeit geht für die Korrektur von Diktaten und die Suche nach Informationen verloren. Relevante Angaben sind zudem oft in zahlreichen PDFs verborgen.

Die erste Lösung war eine bessere Spracherkennung für medizinische und allgemeine Diktate. Sie sollte den gewohnten Ablauf zuverlässiger machen, ohne ihn grundlegend zu verändern.

Entscheidend war vor allem die Erkennungsrate. Ein früher Nutzer sagte nach dem Test von sich aus, dass er dafür monatlich bezahlen würde.

Viele Ärzte sind daran gewöhnt, Satzzeichen und Formatierungen direkt mitzusprechen. Deshalb wollten sie anfangs keine automatische sprachliche Überarbeitung, sondern eine möglichst genaue Wiedergabe.

Manche diktieren direkt in eine Anwendung, andere unterwegs oder nach einer Visite. Auch Abläufe mit einem Sekretariat und einer anschliessenden Überarbeitung werden unterstützt.

Das Diktat wird über das Betriebssystem eingebunden. Dadurch kann überall diktiert werden, wo sich ein Cursor befindet, etwa im PIS, KIS, in Word oder in Outlook.

Möglich sind ein Philips SpeechMike, das Computermikrofon und das Smartphone. Die Nutzer können je nach Arbeitsort zwischen den Geräten wechseln.
 

Viele Ärzte wollten auch Gespräche mit Patientinnen und Patienten aufnehmen und daraus eine Dokumentation erstellen. Medicusdata ergänzte die Funktion, nachdem sich das klassische Diktat etabliert hatte.

Die Reaktionen sind unterschiedlich. Einige schätzen den besseren Blickkontakt mit dem Arzt, andere möchten nicht, dass das Gespräch aufgenommen wird.

Die Lösung kann über ein Rechenzentrum oder lokal vor Ort betrieben werden. Bei der lokalen Variante verlässt laut Steffen kein Byte die Praxis.

Die Lösung muss zuverlässig funktionieren und den erwarteten Nutzen bringen. Empfehlungen von Kolleginnen und Kollegen spielen in diesem jungen Markt eine wichtige Rolle.

Ein Onkologe dokumentiert anders als ein HNO-Arzt oder ein Psychotherapeut. Deshalb kann die Fachrichtung ausgewählt und das Sprachmodell entsprechend angepasst werden.

Wiederkehrendes Kundenfeedback bestimmt die Prioritäten. Wenn sich etwa fünf bis zehn Personen mit demselben Anliegen melden, wird eine Umsetzung geprüft.

Für Steffen ist Anpassungsfähigkeit entscheidend. Die unabhängige technische Architektur und die lokale Installation schaffen Möglichkeiten, die für grosse Anbieter zu kleinteilig sein könnten.

Datenschutz, Datensicherheit und regulatorische Vorgaben sind notwendige Grundlagen, reichen allein aber nicht aus. Erfolgreich wird eine Lösung durch Qualität, einfache Integration und einen spürbaren Nutzen.

Steffen hält zusätzliche Förderung nicht für nötig. Gute Lösungen würden sich durch ihren Nutzen durchsetzen, während Förderanreize auch zu langfristigen Verträgen mit noch unreifen Produkten führen könnten.

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