Zwei unserer Masterstudenten, die sehr unterschiedliche Wege gehen, aber ein Ziel teilen: das Gesundheitswesen mitgestalten. Nicola Travaglini bringt als IT-Berater und Datenschutz-Experte die Perspektive aus der Digitalwelt mit, Ibrahim Salah als Rettungssanitäter das Wissen aus dem Blaulichtalltag. Im Gespräch mit Alfred Angerer erzählen sie, wie sie neben 80- bis 100%-Jobs ein Masterstudium meistern, welche Rolle KI beim Lernen spielt und warum die Zukunft der Rettung und des Managements wissenschaftlich fundiert sein muss. Eine Folge über Praxisnähe, Karriereentscheidungen – und die Frage, wie viel Planung das Leben wirklich verträgt. Jetzt reinhören!
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Fragen und Antworten
Nicola arbeitet als selbstständiger Berater mit Schwerpunkt Gesundheitswesen. Ibrahim ist Rettungssanitäter und interessiert sich besonders für Politik rund um Berufe, Bildung und Gesundheit.
Nicola wechselte von der Entwicklung über verschiedene Unternehmen in die Beratung. Dort kam er mit dem Gesundheitswesen in Kontakt und vertiefte sein Interesse mit dem Studium.
Der Beruf faszinierte ihn schon in der Schulzeit. Nach einer KV-Lehre, der Arbeit bei einer Bank und seiner Militärkarriere suchte er eine sinnstiftendere Aufgabe und wechselte 2015 in den Rettungsdienst.
Ibrahim wollte wissenschaftliche Kompetenzen erwerben und das Schweizer Gesundheitswesen besser verstehen. Nicola suchte nach einer passenden Vertiefung für seine Arbeit in der Gesundheitsbranche.
Der Studiengang verbindet Gesundheitsökonomie, Management und Wissenschaft und lässt sich berufsbegleitend absolvieren. Für beide war er zudem finanziell attraktiver als ein MAS.
Ibrahim arbeitet zu 80 Prozent, Nicola insgesamt zu 100 Prozent. Empfohlen wurden ihnen höchstens 50 bis 60 Prozent
Ibrahim nutzt die Prüfungsvorbereitungsphasen, flexibles Arbeiten und Distance Learning. Nicola kann einen Teil seiner selbstständigen Arbeit frei planen, arbeitet dafür aber oft abends und am Wochenende.
Beide besuchen zu Beginn des Semesters Veranstaltungen, um Themen, Erwartungen und Dozierende kennenzulernen. Danach entscheiden sie, welche Inhalte sie selbst lernen können und wo Praxisveranstaltungen einen besonderen Mehrwert bieten.
Sie erleichtert den Transfer zwischen Theorie und Praxis und macht theoretische Inhalte greifbarer. Ibrahim versteht dadurch etwa Regulierung und Föderalismus im Rettungswesen besser.
Nicola lädt Unterlagen und frühere Prüfungen hoch, lässt sich Konzepte erklären und neue Beispiele erstellen. Ibrahim diskutiert mit der KI, prüft ihre Antworten und lernt gerade durch dieses Korrigieren.
Die Antworten sind nicht immer richtig und müssen überprüft werden. KI ersetzt das Lernen deshalb nicht, sondern unterstützt die Auseinandersetzung mit dem Stoff.
Ibrahim versteht Tarife, Finanzierung und unterschiedliche Strukturen im Rettungswesen besser. Nicola hat sein Wissen über Gesundheitsrecht, Finanzierung und Digitalisierung erweitert.
Studienreisen und Veranstaltungen verbinden Fachwissen mit konkreten Erfahrungen und neuen Kontakten. Bei einer vierteiligen Eventserie organisierten die Studierenden Referate, Podiumsdiskussionen und Networking.
Die psychische Belastung kann sich über viele Berufsjahre aufbauen und muss proaktiv angegangen werden. Ibrahim sieht besonderen Handlungsbedarf bei Mitarbeitenden über 50, die noch lange arbeiten müssen und Entlastung brauchen.
Ibrahim beobachtet keine grundsätzliche Ablehnung digitaler Lösungen. Frust entstand bei der Einführung eines elektronischen Einsatzprotokolls vor allem durch Abstürze, Anmeldeprobleme und instabile Verbindungen.
Nicola sieht Flexibilität als Chance, aber auch als mögliche Belastung. Viele berufliche und persönliche Optionen können den Findungsprozess erschweren und zusätzliche Unsicherheit schaffen.
Nicola untersucht Anforderungen im Qualitätsmanagement und wie Institutionen bei deren Erfüllung unterstützt werden können. Ibrahim vergleicht mit einer retrospektiven statistischen Analyse drei Ergebniskriterien von drei Rettungsdiensten.
Man sollte neugierig bleiben, es wagen und genügend Zeit einplanen. Für die Masterarbeit empfehlen sie ein Thema, für das echtes Interesse und Begeisterung vorhanden sind.
Nicola hat seine Expertise vertieft und mehr Klarheit über seine berufliche Richtung gewonnen. Für Ibrahim eröffnet der Abschluss eine neue Führungsaufgabe und mögliche Wege in ein Promotionsprogramm.
Ibrahim erwartet, dass sich Paramedic Science als wissenschaftliche Disziplin in der Schweiz etabliert. Nicola sieht Digitalisierung und Automatisierung als notwendige Lösungen für viele Probleme des Gesundheitswesens, die durch den demografischen Wandel noch dringlicher werden.









