Sechs Jahre Marktplatz Gesundheitswesen – und zur Feier geht’s nach Schweden!
Alfred Angerer und Stefan Lienhard berichten von ihrer Delegationsreise nach Stockholm und den Eindrücken, die sie für die Schweiz mitgenommen haben. Im Fokus stehen innovative Ansätze der Prävention, etwa ein Pilotprojekt zur Diabetesvermeidung mit echtem Return on Investment, sowie die Frage, wie digitale Gesundheit in Schweden so konsequent umgesetzt wird. Ein Highlight: ein Transkriptionstool, das Ärzt:innen die Dokumentation erleichtert und den klinischen Alltag verändert. Was lässt sich davon auf die Schweiz übertragen, wo liegen die Unterschiede – und welche Chancen eröffnen sich für unser Gesundheitssystem?
Eine Episode voller Inspiration, Praxisbeispiele und Denkanstösse.
#MarktplatzGW #Gesundheitssysteme #Schweden
Fragen und Antworten
Zum sechsjährigen Podcastjubiläum teilen sie ihre Eindrücke von einer Delegationsreise nach Stockholm. Sie fragen, was die Schweiz von Schweden lernen kann und was sich nicht direkt übertragen lässt.
Der Kanton Zürich wollte den Wirtschafts- und Innovationsstandort weiterentwickeln und den Austausch mit Stockholm stärken. Im Zentrum standen Life Sciences, Gesundheit und die Vernetzung von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Start-ups.
Die Bevölkerungszahl und viele Herausforderungen im Gesundheitswesen sind ähnlich. Schweden finanziert sein System jedoch über Steuern und arbeitet in anderen Strukturen.
Die Regionen einigten sich auf gemeinsame Standards, an die sich Systeme und Start-ups halten müssen. Dadurch wirkt die Entwicklung koordinierter und verbindlicher.
Sie verbindet die unterschiedlichen Systeme im Gesundheitswesen über eine gemeinsame digitale Infrastruktur. Daten bleiben dezentral, können aber in Echtzeit abgerufen und gebündelt angezeigt werden.
Bürgerinnen und Bürger erhalten Zugriff auf medizinische Dokumente, Impfungen und Medikamente. Auch Fachpersonen können freigegebene Informationen für die Behandlung einsehen.
Bei rund 10,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern gibt es etwa 10 Millionen Konten. Die Plattform verzeichnet laut Präsentation monatlich 20 Millionen Besuche und 500 Millionen Serviceanfragen.
Alfred vermisst Kennzahlen dafür, wie einfach Menschen durch ein digitales Gesundheitssystem navigieren können. Bei dieser Nutzerfreundlichkeit würde Schweden aus seiner Sicht besser abschneiden.
Die Entwicklung brauchte Jahre und wurde politisch zu einer hohen Priorität erklärt. Gemeinsame Standards, Ausdauer und Zugeständnisse im Interesse des Ganzen waren entscheidend.
Am Anfang setzte eine Region die Lösung erfolgreich um, weitere Regionen übernahmen sie freiwillig. Der sichtbare Erfolg und die Sorge, den Anschluss zu verlieren, beschleunigten die Verbreitung.
Die Infrastruktur entstand als Public Private Partnership und damit weder rein staatlich noch allein durch den Markt. Alfred sieht darin auch ein mögliches Modell für die Schweiz.
Einzelne Versicherer investieren wenig, weil spätere Einsparungen nach einem Wechsel woanders anfallen können. Deshalb soll die Region heute in Prävention investieren und später von geringeren Behandlungskosten profitieren.
Eine App stellt ihnen ein Guthaben für gesundheitsfördernde Angebote bereit. Damit können sie etwa Bewegungskurse, Ernährungsberatung oder Angebote privater Anbieter nutzen.
Das Ziel waren 300 vermiedene Diabetesfälle, laut Alfred wurde es mit 450 übertroffen. Das eingesetzte Geld erzielte dadurch einen positiven Return on Investment mit dem Faktor zwei.
Die Herausforderungen ähneln jenen in der Schweiz, die Dimensionen sind jedoch grösser. Digitalisierung soll helfen, mit weniger Personal und knapperen Mitteln mehr zu leisten.
Es steuert die vielen Vorhaben mit einem grossen Projektmanagement und konzentriert sich auf Kosteneffizienz. Bevorzugt werden Lösungen, die vielen Mitarbeitenden die Arbeit erleichtern.
Gute Führungskräfte müssen vorleben, was sie verlangen, und offen mit Rückschlägen umgehen. Mitarbeitende mit positiven Erfahrungen können dann weitere Abteilungen für Veränderungen gewinnen.
Sie hört Gespräche mit, trennt Wichtiges von Unwichtigem und überträgt die relevanten Angaben in Echtzeit in strukturierte Felder. Wo Schnittstellen fehlen, simuliert Robot Process Automation die Eingaben im bestehenden System.
In zwei bis vier Jahren soll sie die Labore verlassen und flächendeckend in Schweizer Praxen ankommen. Automatisches Zuhören und strukturiertes Dokumentieren könnten dann zum Alltag gehören.
Die E-ID wird dem EPD den ersehnten Nutzen bringen, mit Zugang zu E-Rezepten, Patientendaten und einem aktuellen digitalen Medikationsplan. Weniger Bürokratie und Redundanzen werden die breite Bevölkerung für die Digitalisierung im Gesundheitswesen gewinnen.








